"Everything you ever experienced or will experience is in the here and now. Whoever you meet will reappear, whoever you lost will return. Don't betray the grace that was bestowed on you. Understand what is going on inside you and you will understand what is going on inside everyone else."
(Paolo Coelho)

Monday, June 20, 2011

Aller guten Dinge sind drei... :)


... und somit folgt hier mein dritter und vorerst letzter Eintrag!

An Lenas erstem freien Tag nach einer wichtigen Praesentation an der Uni ging's an die Kueste, wo ich mal wieder daran erinnert wurde, wie goettlich die israelische Kueche ist.
Am Freitag abend fuhren sie und ihr Mann Gil-ad ihren Bruder in Jerusalem besuchen, waehrend ich mich zu einer Couchsurfing-Party aufmachte, zu der ich in Jaffa, der "Altstadt" Tel Avivs, eingeladen worden war. Couchsurfing-Partys sind immer ein bisschen anders als "normale" Partys und koennen sogar manchmal mich "Partymuffel" ueberzeugen. ;) Die Leute sind extrem offen und jeder spricht einfach jeden an. Das einzig auf die Dauer Anstrengende finde ich, immer wieder von Neuem erklaeren zu muessen, wer man ist und was man in (in diesem Fall) Israel macht... Ich hatte eine nette Israelin gefunden, die mich dorthin mitgenommen hatte, und nachts hatte ich das Glueck einen Freund meines Freundes aus Be'er Sheva getroffen zu haben, der mich zurueckfuhr, obwohl das ja nun so gar nicht auf seinem Weg gelegen war. Die israelische Bevoelkerung ist so vielseitig wie kaum eine andere, auf der einen Seite sind da die Glaeubigen, teilweise Konservativen, auf der anderen die extrem Weltoffenen, Vielbereisten und "Anti-Religioesen", und dann gibt es natuerlich noch zahlreiche Zwischenstufen. Jedenfalls hatte ich wirklich Glueck in dieser Hinsicht, da in Israel ja Freitag abends (Beginn des Shabbat) keine Busse mehr fahren.
Am Samstag fuhren Lena, Gil-ad, eine Freundin von Lena und ich in den noerdlichesten Norden Israels auf eine Kirschpflueckfarm - der Traum meiner Traeume! ;) Allerdings war ich erstaunt, wieviele Leute dort waren und es fuehlte sich fast ein bisschen seltsam an, Teil einer auf die ueber lange Zeit gereiften Erzeugnisse der Natur losgelassenen Horde zu sein... andererseits sind wir das ja alle tagtaeglich, nur dass wir uns dessen aufgrund der saemtlichen Zwischenstufen nicht so bewusst sind. Auf dem Weg dorthin passierten wir Haifa, die drittgroesste Stadt Israels. Sie gilt als "Arbeiterstadt" (waehrend Jerusalem als Zentrum der Glaeubigen und Tel Aviv als "Partymetropole" gilt) und ist bekannt fuer das hohe Ausmass friedlichen Zusammenlebens verschiedener Religionen in Israel. Sie ist somit auch die einzige Stadt, in der am Shabbat oeffentliche Verkehrsmittel fahren. Ferner befindet sich dort im Karmelgebirge das Zentrum der Bahai, einer neuzeitlichen Weltreligion, die in Persien entstanden ist, in Form eines tempelartigen Schreins oberhalb terrassenfoermiger Gaerten.
Auf dem Rueckweg besuchten wir noch Gil-ads Grossmutter in Netanya, die sehr herzlich zu mir war und meine Begleiter mit ihren Englischkenntnissen beeindruckte (auch wenn sie mich zuvor gefragt hatte, ob sie es mit Jiddisch probieren kann :) ) und abends hatten wir  Besuch von einem befreundeten Paar, das Lena zum selbstgekochten Essen eingeladen hatte. Apropos Englisch, was ich wirklich immer wieder bemerkenswert finde in Israel ist die Tatsache, dass nur wegen der Anwesenheit einer einzigen nicht-Ivrit-sprachigen Person im Raum alle Anwesenden alle Gespraeche auf Englisch fuehren. Das war mir auch schon in Be'er Sheva so gegangen, wo ebenfalls Freunde zu Besuch gewesen waren und ich es fast schon lustig fand, wie das Gespraech stets von Englisch auf Ivrit umgeschaltet wurde, sobald ich den Raum verliess, und wieder zurueck auf Englisch, wenn ich wieder durch die Tuer kam. :) Bei diesem Beisammensein erhielt ich auch einen Eindruck des "Tel Aviver Humors", bei dem ich zum Teil mehrmals nachfragen musste, bis ich mitkam. Im Allgemeinen scheinen die "modernen", weltlichen Bevoelkerungsmitglieder der israelischen Gesellschaft ein grosses Beduerfnis zu haben einen "Gegenpol" zu den Strengglaeubigen zu bilden, indem sie sowohl allgemein vor nichts zurueckschrecken als auch an den Glaeubigen selbst kein gutes Haar lassen (so haetten die orthodoxen Juden mit ihren Pelzhueten wohl nicht bemerkt, dass sie in einem waermeren Land als Russland seien etc... ;) ). Ferner unterhielt man sich bei diesem Abendessen ueber die Entstehungsgeschichte des Ivrit, welches ja die einzig erfolgreich wiederbelebte Sprache der Welt ist. Natuerlich mussten saemtliche moderne Woerter neu kreiert werden, wozu man sich zahlreicher vorhandener Sprachen bediente. Eine wichtige Person in diesem Prozess war Eliezer Ben-Jehuda, der auch seine Kinder als erster auf Hebraeisch aufzog.
Gestern machte ich mich selbst erneut auf nach Jerusalem oder "Yerushaláyim" (ich mochte die hebraeische Aussprache dieser Stadt schon immer besonders gerne). Nachdem ich ja bei meinem letzten Israel-Besuch schon alle "touristisch wichtigsten" Orte besucht hatte (worauf ich ja allgemein nicht allzu viel Wert lege, aber zumindest manches interessiert mich dann gelegentlich doch), konnte ich diesmal ganz entspannt durch und um die Altstadt herumspazieren. Sie hat eine Flaeche von gerade mal 1 km², ist von einer Mauer mit acht Toren umgeben und enthaelt ein juedisches, muslimisches, christliches und armenisches Viertel. Ausserdem befinden sich darin der Tempelberg mit den bekannten muslimischen Prachtbauten sowie die Grabeskirche und die Klagemauer. Ich hatte schon lachen muessen, als Gil-ad zu mir gemeint hatte, es sei guenstig "mitten in der Woche" zu reisen (Sonntag ist hier ja der erste Wochentag). :) Zumindest wird man in der Jerusalem nie verhungern, da die juedischen, muslimischen und christlichen Geschaefte alle verschiedene Ruhetage haben!
Ich konnte mich schon damals kaum entscheiden, ob ich Jerusalem oder Tel Aviv lieber mag, ich vermute, ich muesste in beiden weitaus mehr Zeit verbringen, um diesbezueglich zu einer Entscheidung zu kommen. :)
Was nach wie vor ueberall in Israel gleich ist, sind die Personenkontrollen mit Metalldetektoren und Taschen- und Rucksackscans an den Eingaengen zu jedem Bahnhof und jedem groesseren Geschaeft oder anderen oeffentlichen Ort. Nachdem unter den Kontrollierten immer massenweise schwer bewaffnete Soldaten sind, bin ich mir ueber den Sinn dessen nicht ganz im Klaren, aber was soll's. ;)
Ich wuensche viel Spass beim Bildergucken!
Harbe hibukim (many hugs)!
Johanna


Spaziergang am Meer
Walk by the sea

Lena geniesst ihr Mittagessen
Lena enjoying her lunch

Gil-ad und ich
Gil-ad (Lena's husband) and me

Beliebtes Ausflugsziel auch fuer Einheimische
A popular destination also for locals

Tel Aviv Zentrum
Centre of Tel Aviv

Meine spontane Neukreation als Party-Beitrag - Obstsalat mit Tahina
Fruit-salad with tahini as my contribution to the Couchsurfing party

Blick von der Terrasse der Party-Location auf Jaffa
View from the terrace (and dance floor) out on Jaffa (the "Old Town" of Tel Aviv)

Ausfuehrung meiner Second Hand Eroberung (und etwas zu viel Blitz ;) )
A good opportunity to take out my "second hand shop catch" (and quite a bit of flash ;) )

Die Kirschpflueckfarm ist sichtlich beliebt
Run on the cherry picking farm in Northern Israel

Die Erdbeeren sind hier noch nicht reif - aber die hatte ich ja in Deutschland zur Genuege :)
The strawberries aren't ripe here yet - well, I've had them in Germany :)

Bescheidene Kippot-Auswahl
A rather moderate choice of kippot

Jerusalem hat mich wieder :) (Altstadt von weitem)
Jerusalem has me back :) (Old City from a distance)

... und somit auch die Bazarstaende in der Altstadt
Only a small part of the bazaar in the Old City 

Immer noch Altstadt
Old City as well

Was fuer eine Gewuerzpyramide!
A pyramid of spices!

Jerusalem ist und bleibt der einzige Ort, wo ich je rosa Blumenkohl gesehen habe ;)
Jerusalem is the only place where I've ever come across pink cauliflower so far :)

Eifriges Feilschen im muslimischen Viertel der Stadt
Zealous bargaining in the Muslim Quarter of the Old Town

Ein abgesonderterer Teil der Altstadt - Alltagsleben fuer die Kinder
A more secluded part of the Old Town - everyday life for the kids

Blick vom muslimischen Friedhof auf den Oelberg
View from the Muslim cemetery to the Mount of Olives

Oelberg mit Maria-Magdalena-Kirche (oben) und Kirche der Nationen (unten)
The Mount of Olives with the Church of Maria Magdalene (top) and the Church of Nations (bottom)

Typische Ansicht Jerusalems
Typical view of Jerusalem

Al-Aqsa-Moschee in der Abendsonne
Al-Aqsa Mosque in the setting sun

Da freut sich die Johanna :)
I love any reminder of Sweden! :)

Eine huebsche Weltkarte wie ich finde (vom deutschen Theologen Heinrich Buenting)
What a colourful world map! (painted by the German theologian Heinrich Buenting)

Sowas haette ich gerne fuer meine Haustuer :)
I'd love to have that on my front door! :)

Aus irgendeinem Grund gibt es in Israel keine kleineren Matratzen - hab ich nichts dagegen :)
Wherever I go in Israel, everyone has got a mattress no smaller than this size - not that I'd mind :)


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